RAFEEF ZIADAH   —   ITALIENPALESTINA

Promotionsstudentin Politologie, 30 Jahre, Toronto, 2010

Poesie schreiben am Strand von Haifa, zurückkehren und meiner Großeltern Haus finden, frei leben – keine Mauern, keine Checkpoints, keine Armee und ihre Panzer, keine 18-jährigen Soldaten, die unser Leben kontrollieren.

Bis dahin jedes palästinensische Kind verstecken. Stopp den Traum von Freiheit und lebe ihn stattdessen! Schluss mit der israelischen Apartheid, mit aller Apartheid weltweit.
Keine Grenzen. Niemand ist illegal – Dokumente, Papiere machen keine Menschen. Flugplätze, die Dich nicht stoppen, sondern willkommen heißen,
eine neue Kultur kennen zu lernen. Für meine Freiheit, meine Rückkehr und Deine.

Rafeef traf ich bei der Abschiedsveranstaltung der 'romerias de mayo' in Holguin. Sie trug ein Gedicht vor über ein Kind, das im Gaza Krieg von einer israelischen Bombe verletzt wurde. Es war die Beschreibung des panischen Schrecken einer Mutter, die hilflos mit ihrem schwerverletztem Kind im Arm steht und nicht weiß, was man tun muss. Es war keine Beschreibung, es war die Panik und der Schmerz, den sie zum Ausdruck brachte. Danach begann sie zu singen, wie als wenn der Schmerz sich im Wahnsinn destillieren würde. Rafeef hat seit April 2010 zum ersten Mal in ihrem Leben einen Reisepass. Sie als Exilantin in Kanada anerkannt. Da es keinen palästinensischen Staat gibt, ihr Vater aus Haifa und ihre Mutter aus dem palästinensischem Gebiet stammt, gab es für sie keine Chance einen Reisepass zu bekommen.